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BOGUS TRUMPER

04.02.1988 - 2003 Deep Roots - Copy Cat Bogus Trumper war wohl das bekannteste Pferd des Rennstalls Kessler. Seine Geschichte ist lang und endet mit einem Happy End. Bevor Bogi als 5-jähriger nach Niederbipp kam, war er an gefühlt 1000 verschiedenen Orten. Überall wurde er als untherapierbar bezeichnet und sofort wieder abgeschoben. Als Bogi bei Markus und Ursi ankam, hat er gebissen und geschlagen. An normales Reiten war gar nicht erst zu denken, denn Bogi pullte von Beginn bis Ende des Trainings wie ein Irrer. Doch so schnell gab Markus nicht auf und übte mit Bogi weiter und weiter. Irgendwann merkte der schöne Braune, dass ihm bei der Familie Kessler nichts Schlimmes passieren konnte. Er hörte auf, nach allem und jedem zu schnappen und zu treten und fasste langsam Vertrauen. Dies auch dank intensiver Magnetfeldtherapie, bei der sich Ursi jeweils zu Bogi setzte und einfach da war für ihn. Er merkte, dass man ihn verstehen wollte und den Grund für sein Verhalten suchte. Einzig das Problem des Pullens war noch nicht verschwunden. Was auch immer Markus probierte, Bogi verstand nicht, dass man auch galoppieren konnte ohne sich voll auf die Zügel zu legen. Also fasste er einen Plan: Er liess Bogi so lange auf der 300m Rundbahn galoppieren, bis dieser von selber aufhörte zu ziehen. Am ersten Tag dauerte es 13 km, bis Bogi begriff. Am zweiten Tag dauerte es noch 12 km. Am dritten Tag konnte Markus mit ihm am langen Zügel im Galopp-de-Chase seine Runden drehen. Von da an waren die zweit ein Dreamteam. Als 1995 Jessica auf die Welt kam war Bogi sofort schockverliebt. Wenn Ursi mit dem Kinderwagen zur Trainingsbahn mitspazierte, so hatte Bogi stets den Kopf im Wagen bei Jessica platziert. Wenn sie weinte, dann hielt er an, liess Ursi dem Kind kurz den Schnuller geben und platzierte seinen Kopf sogleich wieder im Kinderwagen. Markus sprang Bogi ein und trainierte ihn im Wald für Cross Country. Bogi erwies sich als absoluter Cross- Spezialist. Da Markus seine Reiter-Karriere beendet hatte, engagierte er für Bogi Thomas von Ballmoos als Reiter. In den Rennen machte Bogi jedoch immer wieder Fehler, auch wenn er im Training den gesamten Parcours mit Markus alleine und absolut fehlerfrei absolvierte. Um den Grund herauszufinden, ritt Markus noch einmal selber ein Rennen mit Bogi. Dies hat er mit Leichtigkeit gewonnen. Nun wusste Markus auch, was das Problem war: Thomas wollte Bogi immer helfen, signalisierte ihm den Absprung und wollte ihn unterstützen. Bogi hat im Wald-Training aber gelernt, den Absprung selbst zu finden. Da Markus einfach genau da Sprünge baute, wo eine Wurzel war oder wo es von den äusserlichen Gegebenheiten passte, musste Bogi seine Beine selber sortieren. Mit den neuen Orders, "vor dem Sprung die Augen schliessen und einfach machen lassen", gewannen Thomas und Bogi drei Rennen und kam immer mit Geld nach Hause. Oftmals musste Thomas akrobatisches Geschick beweisen, da Bogi den Kurs ganz genau kannte und so scharf wendete, dass es seinen Reiter beinahe aus dem Sattel gehoben hat. In Aarau spricht man noch heute von Bogi und seinen unglaublichen Wendungen. Als Bogi pensioniert wurde, durfte er noch viele Jahre lang bei der Familie Kessler bleiben. Die Mädchen haben auf ihm ihre ersten Reitversuche absolviert. Bogi war immer etwas futterneidisch, doch wenn "seine" Mädchen in die Box kamen, hörte er sofort auf mit Fressen und passte auf sie auf. Leider wurde Bogis Sicht zunehmend schlechter. Bevor er mit 19 Jahren komplett zu erblinden drohte, haben sich Markus und Ursi entschieden, ihn zu erlösen. Bogi war der Beweis, dass der Glaube an das Gute oftmals stärker ist, als sämtliche schlechte Vorzeichen. Bogi ist bis auf weiteres das Pferd, welches am meisten Gewinnsumme für den Stall Kessler einbrachte. Seine Geschichte lebt in den Herzen seiner Familie und seiner Fans für immer weiter.
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